Mirtazapin: Wirkung, Nebenwirkungen und sicheres Absetzen

Aktualisiert: 18. Okt.
Mirtazapin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum. Es wird zur Behandlung depressiver Erkrankungen eingesetzt. Sedierung, Appetitsteigerung und Gewichtszunahme können für die Verträglichkeit wichtig sein. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von Beschwerden, Begleiterkrankungen und individueller Reaktion ab.
Wie wirkt Mirtazapin?
Mirtazapin beeinflusst die noradrenerge und serotonerge Signalübertragung. Der stimmungsaufhellende Effekt entwickelt sich meist über Wochen; eine beruhigende oder schlaffördernde Wirkung kann früher auftreten. Die sedierende Wirkung allein ist kein Beleg dafür, dass die Depression bereits ausreichend behandelt ist.
Einnahme und Behandlungsverlauf
Wegen der möglichen Müdigkeit wird das Medikament oft abends eingesetzt. Dosis und Einnahmedauer werden ärztlich festgelegt; die Verträglichkeit sollte in den ersten Wochen aktiv besprochen werden. Bei suizidalen Gedanken oder einer starken psychischen Verschlechterung ist sofortige professionelle Hilfe erforderlich.
Häufige Nebenwirkungen
Schläfrigkeit, gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme, Mundtrockenheit, Schwindel und Verstopfung können auftreten. Besonders zu Beginn sollte auf Einschränkungen beim Autofahren und Bedienen von Maschinen geachtet werden. Alkohol und weitere sedierende Medikamente können die Müdigkeit verstärken.
Wechselwirkungen und besondere Risiken
Bei gleichzeitiger Behandlung mit serotonerg wirkenden Substanzen, einzelnen Schmerzmitteln oder anderen Psychopharmaka müssen mögliche Wechselwirkungen geprüft werden. Auffällige Unruhe, starkes Schwitzen, Fieber, Zittern oder Verwirrtheit können eine rasche medizinische Abklärung erforderlich machen. Bei manischen Symptomen sollte die Therapie ebenfalls überprüft werden.
Mirtazapin nicht abrupt absetzen
Ein plötzliches Absetzen kann Absetzsymptome wie Unruhe, Schlafprobleme, Übelkeit oder Schwindel auslösen. Deshalb sollte das Reduzieren individuell und meist schrittweise erfolgen; je nach Behandlungsdauer kann es Wochen oder Monate dauern. Anhaltende Beschwerden müssen vom Wiederauftreten der Grunderkrankung unterschieden werden.
Quellen und weiterführende Informationen
National Health Service (2026). Mirtazapine: Wirkung, Nebenwirkungen und Absetzen. https://www.nhs.uk/medicines/mirtazapine/
Wichtiger Hinweis: Diese Seite vermittelt allgemeines Gesundheitswissen und ersetzt keine individuelle Verordnung, die aktuelle Fachinformation oder Beratung durch ärztliches und pharmazeutisches Fachpersonal.




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