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Subtalare Arthrose: Verschleiss im unteren Sprunggelenk behandeln

Autorenbild: Roman Welzk | Gründer mein-physio.info
Roman Welzk | Gründer mein-physio.info
20. Okt.
10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Tagen

Anatomische Schemazeichnung des unteren Sprunggelenks zwischen Talus und Calcaneus mit rot markierter arthrotischer Gelenkfläche

Subtalare Arthrose: Was bedeutet Verschleiss im unteren Sprunggelenk?

 

Die subtalare Arthrose ist ein Verschleiss des Gelenks zwischen Sprungbein (Talus) und Fersenbein (Calcaneus). Dieses Gelenk liegt unterhalb des oberen Sprunggelenks und beteiligt sich wesentlich daran, den Rückfuss beim Gehen an unebenen Untergrund anzupassen. Wird sein Knorpel geschädigt, können Bewegungsschmerzen, Steifigkeit und eine langsam zunehmende Einschränkung der Rückfussbeweglichkeit auftreten. Häufig besteht die Arthrose nach einer früheren Verletzung; sie kann aber auch mit Fehlstellungen, entzündlichen Erkrankungen oder anderen Veränderungen des Fusses zusammenhängen.

Wichtig ist die Unterscheidung zur Arthrose des oberen Sprunggelenks. Ein Patient kann seine Fussspitze noch relativ gut heben und senken, aber seitliche Anpassungsbewegungen des Rückfusses kaum noch ausführen. Die Diagnose wird aus Beschwerden, Untersuchung und geeigneter Bildgebung zusammengesetzt. Ein radiologisch verschmälerter Gelenkspalt allein beweist nicht, dass genau dieses Gelenk die Schmerzen verursacht. Ebenso wenig muss ein auffälliges Röntgenbild sofort zur Versteifung führen.

Anatomie und Biomechanik des Subtalargelenks

 

Das untere Sprunggelenk umfasst funktionell mehrere Gelenkflächen zwischen Talus und Calcaneus, die über einen komplexen Bandapparat geführt werden. Besonders wichtig sind die hintere Facette und der Bereich des Sinus tarsi. Während das obere Sprunggelenk hauptsächlich Dorsalextension und Plantarflexion ermöglicht, beteiligt sich das subtalare Gelenk an einer zusammengesetzten Rückfussbewegung, die als Inversion und Eversion wahrgenommen wird. Diese Bewegung unterstützt den Kontakt zum Boden und die Anpassung an seitliche Neigungen.

Die Fersenbeinachse, die Position des Talus und die umliegenden Sehnen beeinflussen die Belastungsverteilung. Nach einer intraartikulären Fersenbeinfraktur kann die Gelenkfläche unregelmässig heilen; lokale Überlastung und Knorpelabrieb können folgen. Bänder, Gelenkkapsel und benachbarte Strukturen können Schmerzen auslösen, auch wenn der Knorpelschaden selbst keine Schmerzrezeptoren besitzt. Für die Therapie ist die Frage wichtig, ob das Problem überwiegend aus Knorpelverschleiss, knöcherner Fehlstellung, Instabilität oder einer Kombination entsteht.

Häufige Ursachen: Verletzung, Fehlstellung und Entzündung

 

Eine typische Ursache ist die posttraumatische Arthrose nach einem Fersenbeinbruch. Auch Frakturen des Talus, eine subtalare Luxation oder schwere Bandverletzungen können langfristig zu Veränderungen der Gelenkmechanik führen. Die Qualität der Gelenkflächen und der Stellung des Rückfusses beeinflusst, wo die Belastung ankommt. Daneben sind primär degenerative Veränderungen, entzündlich-rheumatische Erkrankungen, angeborene Verbindungen zwischen Fusswurzelknochen oder ausgeprägte Fehlstellungen mögliche Hintergründe.

Bei Jugendlichen kann eine tarsale Koalition zunächst einen steifen Rückfuss verursachen und langfristig eine veränderte Belastung begünstigen. Bei Erwachsenen spielen ausserdem Fehlstellungen durch eine fortgeschrittene Tibialis-posterior-Sehneninsuffizienz eine Rolle. Nicht jede Person mit einer dieser Voraussetzungen entwickelt Arthrose. Ein Risikofaktor ist keine sichere Ursache, und der klinische Verlauf kann selbst bei ähnlichem Röntgenbefund sehr unterschiedlich sein.

Typische Symptome und Krankheitsverlauf

 

Viele Betroffene berichten über tiefliegenden Schmerz unter oder vor dem Aussenknöchel, im Rückfuss oder in der Region unterhalb des oberen Sprunggelenks. Besonders unangenehm können längere Wege auf unebenem Boden, seitliches Gehen am Hang, Wandern und schnelle Richtungswechsel sein. Dazu kommen Steifigkeit nach Ruhephasen, Unsicherheit auf Geröll oder zunehmende Schwierigkeiten, den Rückfuss seitlich zu bewegen. Eine Schwellung ist möglich, aber keineswegs immer vorhanden. Belastungsabhängiger Schmerz kann sich allmählich entwickeln oder nach einer früheren Verletzung bestehen bleiben.

Im fortgeschrittenen Verlauf wird die Anpassungsfähigkeit des Rückfusses geringer. Manche Betroffene verändern die Schrittlänge oder drehen den ganzen Fuss, um schmerzhafte Gelenkbewegung zu vermeiden. Dadurch können sekundäre Beschwerden an anderen Gelenken auftreten. Eine vollständige Versteifung allein durch Arthrose ist aber nicht bei jedem Menschen zu erwarten. Entscheidender als die Röntgenklassifikation ist, wie stark Gehen, Gleichgewicht und gewünschte Aktivitäten beeinträchtigt sind.

Klinische Untersuchung: Rückfussbeweglichkeit und Schmerzort

 

Die Untersuchung beginnt mit Fragen nach alten Unfällen, Operationen, zunehmender Fehlstellung, schmerzauslösenden Belastungen und entzündlichen Begleitsymptomen. Im Stand werden Fersenachse und Fussgewölbe beurteilt, im Gang die Rückfussführung und der Abdruck. Die behandelnde Fachperson prüft getrennt die Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks und die passive Inversion beziehungsweise Eversion des Rückfusses. Ist letztere deutlich eingeschränkt und schmerzhaft, kann das zu einer subtalaren Erkrankung passen.

Auch Druckpunkte um den Sinus tarsi, Bandstabilität, peroneale Sehnen und die Tibialis-posterior-Funktion werden untersucht. Einzelne Provokationstests besitzen keine ausreichend verlässliche Aussagekraft, um eine subtalare Arthrose alleine zu beweisen. Gelegentlich hilft eine bildgebungsgesteuerte diagnostische Gelenkinjektion, die Schmerzzone zuzuordnen. Auch dies ist nicht vollkommen spezifisch, etwa wenn sich das Betäubungsmittel in benachbarte Bereiche ausbreitet.

Röntgen, CT, belastetes CT und MRT

 

Bei chronischem Verdacht können belastete Röntgenaufnahmen von Fuss und Sprunggelenk einen ersten Überblick geben. Sie zeigen Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten, Sklerose und die Stellung des Rückfusses. Das subtalare Gelenk lässt sich in Standardprojektionen jedoch nicht immer vollständig beurteilen. Ergänzende spezifische Aufnahmen oder ein CT können helfen, alte Frakturstufen, Deformitäten und knöcherne Veränderungen genauer einzuordnen.

Ein belastetes CT kann die Stellung unter Körpergewicht dreidimensional darstellen und ist besonders für die Planung komplexer Korrekturen interessant. Die systematische Übersicht von Li und Mitarbeitenden erläutert diagnostische Anwendungen des gewichttragenden CT bei Fuss- und Sprunggelenkproblemen. Ein MRT kommt infrage, wenn zusätzlich Knorpel, Knochenmark, Sehnen, Bandstrukturen oder unklare Weichteilbefunde untersucht werden sollen. Die Frage nach einer Operation kann eine andere Bildgebung erfordern als die primäre Abklärung eines bislang milden Schmerzes.

Differentialdiagnosen: Nicht jeder Schmerz am Aussenknöchel ist Arthrose

 

Häufige Verwechslungen betreffen das Sinus-tarsi-Syndrom, eine subtalare Instabilität, peroneale Sehnenprobleme und die Folgen älterer Bandverletzungen. Ein osteochondraler Talusschaden liegt anatomisch anders als ein isolierter Verschleiss des unteren Sprunggelenks, kann aber ähnliche Beschwerden auslösen. Auch Nervenreizungen an der äusseren Fusskante, beispielsweise eine Suralisneuropathie, verursachen Schmerzen, die eher brennend oder elektrisierend beschrieben werden.

Rheumatoide Arthritis, Gicht, infektiöse Arthritis und andere entzündliche Erkrankungen sind bei passender Anamnese zu berücksichtigen. Ein plötzlich heiss geschwollenes Gelenk mit Fieber ist nicht typisch für eine gewöhnliche Arthrose und muss dringend abgeklärt werden. Bei ausgeprägter Gefühlsstörung oder Durchblutungsauffälligkeiten ist eine zusätzliche neurologische beziehungsweise vaskuläre Untersuchung erforderlich. Die Diagnose subtalare Arthrose wird überzeugender, wenn Befundort, eingeschränkte Rückfussbeweglichkeit und Gelenkveränderungen nachvollziehbar zusammenpassen.

Konservative Behandlung: Belastung und Schuhe sinnvoll anpassen

 

Bei leichten bis mittleren Beschwerden wird gewöhnlich zunächst konservativ vorgegangen. Das umfasst die Anpassung belastender Aktivitäten, gut passende Schuhe und je nach Fussachse und Symptomatik geeignete orthopädische Hilfsmittel. Schuhe mit stabiler Sohle oder einer Abrollhilfe können bestimmte schmerzhafte Bewegungen begrenzen. Einlagen beziehungsweise Orthesen sollen die individuelle Rückfussachse und das subjektive Gehgefühl berücksichtigen. Nicht jede Einlage ist automatisch wirksam, nur weil sie die Bewegung reduziert.

Die direkte hochwertige Evidenz speziell für konservative Massnahmen bei isolierter subtalarer Arthrose ist begrenzt. Viele Prinzipien werden aus der Behandlung anderer arthrotischer Fuss- und Sprunggelenke übertragen. Auch die Cochrane-Übersicht zur nicht operativen Therapie der oberen Sprunggelenksarthrose beschreibt Unsicherheiten und darf nicht als direkter Wirksamkeitsbeleg für subtalare Arthrose bezeichnet werden. Entscheidend ist daher, dass die Massnahmen einen nachvollziehbaren individuellen Nutzen für Schmerz, Gehstrecke und Alltag zeigen.

Physiotherapie: Kraft, Gangbild und Nachbargelenke berücksichtigen

 

Die Physiotherapie zielt nicht darauf, einen geschädigten Gelenkknorpel durch Übungen wieder aufzubauen. Sie soll die funktionelle Belastbarkeit verbessern, schmerzarme Bewegungsmöglichkeiten erhalten und Ausweichbewegungen reduzieren. Trainiert werden je nach Befund Wadenkraft, Unterschenkelmuskulatur, Hüftstabilität und Gleichgewicht. Bei eingeschränkter subtalarer Beweglichkeit kann die Kontrolle benachbarter Gelenke im funktionellen Gangbild besonders bedeutsam sein.

Eine aggressive Mobilisation des bereits schmerzhaft verschlissenen Gelenks ist nicht zwangsläufig hilfreich. Stattdessen werden Bewegungsumfang und Belastung dosiert, und die Person lernt, welche Untergründe oder Bewegungen vorübergehend weniger gut toleriert werden. Bei erheblicher Fehlstellung oder nach Operation ist ein orthopädisch abgestimmtes Konzept notwendig. Ein Fortschritt kann darin bestehen, wieder länger auf ebenem Boden zu gehen, bevor Wanderungen auf unebenem Terrain aufgenommen werden. Kraft, Sicherheit und Beschwerdeverlauf sollten regelmässig erfasst werden.

Übungen: Drei praktikable Ansätze bei abgeklärter, stabiler Arthrose

 

Eine erste Übung ist das langsame Aufstehen und Hinsetzen von einem höheren Stuhl: Du belastest beide Füsse gleichmässig, führst die Knie kontrolliert und gehst nicht tiefer, als es schmerzarm möglich ist. Acht bis zwölf Wiederholungen in ein bis zwei Sätzen können als Einstieg dienen. Eine zweite Übung ist die kontrollierte beidbeinige Fersenhebung auf ebenem Boden mit festem Halt. Der Weg nach oben bleibt klein, wenn tiefe Rückfussbewegungen Schmerzen auslösen.

Als dritte Übung können Gewichtsverlagerungen im sicheren Stand eingesetzt werden: Du verschiebst das Körpergewicht langsam nach vorne, hinten und leicht seitwärts, ohne in deutlichen Gelenkschmerz auszuweichen. Der Umfang und die Geschwindigkeit lassen sich nach Fortschritt steigern. Bei akuter Schwellung, Verdacht auf Fraktur, starker Ruheschmerzsymptomatik oder unklarer Instabilität sind diese Übungen zunächst zurückzustellen. Ein brennender Schmerz, der auf eine Nervenbeteiligung hinweist, verlangt zudem eine andere Diagnostik statt bloss intensiverer Wiederholungen.

Medikamente und Injektionen: Was ist belegt?

 

Kurzfristig können medizinisch geeignete Schmerzmittel oder lokal wirksame Entzündungshemmer erwogen werden. Ob nicht steroidale Antirheumatika sinnvoll sind, hängt unter anderem von Magen-, Nieren-, Herz-Kreislauf- und Blutungsrisiken ab und sollte bei chronischen Erkrankungen ärztlich geprüft werden. In einzelnen Fällen kommen bildgebungsgesteuerte Injektionen in das subtalare Gelenk infrage, beispielsweise um die Schmerzquelle zu beurteilen oder vorübergehend Symptome zu lindern. Infektionen und relevante andere Diagnosen müssen zuvor ausgeschlossen werden.

Für die längerfristige Wirksamkeit von Kortison- oder Hyaluronsäureinjektionen speziell im subtalaren Gelenk gibt es keine überzeugende breite Evidenz. Studien zur oberen Sprunggelenksarthrose sind nicht automatisch übertragbar. Wiederholte Injektionen ohne nachvollziehbaren funktionellen Nutzen sind daher kritisch zu beurteilen. Bei entzündlicher Arthritis steht neben lokaler Schmerztherapie die Behandlung der systemischen Grunderkrankung im Vordergrund. Eine Punktion bei entzündlich heissem Gelenk kann diagnostisch wichtiger sein als eine übliche Schmerzbehandlung.

Operation: Wann wird über eine subtalare Arthrodese gesprochen?

 

Eine operative Beratung wird relevant, wenn erhebliche Schmerzen, deutliche Einschränkungen und eine passende, gut gesicherte Gelenkpathologie trotz angemessenem konservativem Vorgehen bestehen bleiben. Die klassische Operation bei fortgeschrittener isolierter subtalarer Arthrose ist die Arthrodese, also eine knöcherne Versteifung von Talus und Calcaneus. Dabei wird das schmerzhafte Gelenk in einer funktionsgerechten Stellung stabilisiert, bis die Knochen zusammenheilen. Das obere Sprunggelenk bleibt bei isolierter subtalarer Versteifung grundsätzlich erhalten.

Es existieren offene und arthroskopische Techniken. Eine randomisierte multizentrische Studie von Rungprai und Mitarbeitenden untersuchte beide Verfahren bei subtalarer Arthrose und berichtete in beiden Gruppen Verbesserungen; Unterschiede bei bestimmten frühen Genesungszeiten waren erkennbar. Eine isolierte Studie beweist jedoch keine generelle Überlegenheit einer Technik für jede Fehlstellung. Die Entscheidung hängt von Knochenqualität, Achse, vorausgegangenen Operationen und notwendiger Korrektur ab. Bei grossen knöchernen Defekten kann ein zusätzlicher Aufbau erforderlich werden.

Risiken und Rehabilitation nach Versteifungsoperation

 

Nach einer subtalaren Arthrodese muss der Knochen zusammenheilen. Der frühe Verlauf beinhaltet häufig ein individuelles Schutz- und Entlastungsschema, das sich nach Operationstechnik, Knochenqualität und Heilungsverlauf richtet. Zu den wesentlichen Risiken zählen ausbleibende knöcherne Fusion, Infektion, Wundheilungsstörung, Nervenreizung, Fehlstellung und irritierendes Osteosynthesematerial. Auch die benachbarten Gelenke können langfristig stärker beansprucht werden. Rauchen ist ein bekannter ungünstiger Faktor für knöcherne Heilung.

Die grossen Fallserien von Easley und Mitarbeitenden sowie langfristige Untersuchungen zeigen, dass viele Personen nach einer erfolgreichen Fusion funktionell profitieren, aber keine vollständige Beschwerdefreiheit garantiert werden kann. Eine Versteifung schränkt gezielt die seitliche Rückfussbeweglichkeit ein. In der Nachbehandlung stehen sichere Mobilisation, Wiederherstellung der Waden- und Beinmuskulatur und ein angepasstes Gangbild im Vordergrund. Das individuelle Gewichtbelastungsschema der operierenden Klinik hat Vorrang vor allgemeinen Übungstipps aus dem Internet.

Prognose: Wie entwickelt sich subtalare Arthrose?

 

Die Beschwerden können über längere Zeit relativ stabil bleiben oder langsam zunehmen. Die Dynamik hängt unter anderem von vorbestehenden Frakturen, Fussstellung, Aktivitätsniveau, Körpergewicht und entzündlichen Begleiterkrankungen ab. Auch ein auffälliger CT-Befund allein sagt nicht zuverlässig voraus, wann eine Operation notwendig wird. Langfristig hilfreiche Ziele sind eine tragfähige Gehstrecke, sichere Bewegungen auf Alltagswegen und ein Umgang mit belastungsabhängigen Beschwerden, der Aktivitäten ermöglicht statt sie pauschal zu verbieten.

Nach einer Arthrodese ist die Prognose wesentlich von der knöchernen Fusion und einer gut eingestellten Rückfussachse abhängig. Ein Teil der Betroffenen hat auch nach erfolgter Operation weiterhin Beschwerden. Die wissenschaftliche Literatur beschreibt das Risiko angrenzender Gelenkarthrose, wobei radiologische Veränderungen nicht immer schmerzhaft sind. Deshalb sollte das Gespräch über eine Operation individuelle Erwartungen, Lebensumstände, Arbeit und sportliche Ziele einschliessen.

Warnzeichen: Wann muss der Rückfuss ärztlich beurteilt werden?

 

Ein akut heisses, deutlich geschwollenes Gelenk, besonders mit Fieber oder Krankheitsgefühl, ist kein typisches Zeichen einer gewöhnlichen Arthrose. Eine septische Arthritis muss dann dringend ausgeschlossen werden. Nach einem Sturz oder Sprung aus der Höhe mit deutlicher Belastungsunfähigkeit ist eine Fraktur möglich. Auch neue Fehlstellung, zunehmende neurologische Ausfälle, deutlich verminderte Durchblutung oder starke Ruheschmerzen sollten medizinisch untersucht werden. Ein kalter, blasser oder gefühlloser Fuss ist ein Notfallzeichen.

Bei chronischen, vorwiegend belastungsabhängigen Beschwerden ist meist eine reguläre orthopädische Abklärung sinnvoll. Je genauer die Lokalisation und die Einschränkungen beim Gehen beschrieben werden können, desto gezielter lässt sich die passende Bildgebung auswählen. Starke Schmerzmittel ohne Ursachenprüfung und ein aggressives Selbstmobilisationsprogramm sind bei unbekannter Ursache keine sichere Lösung.

Häufige Fragen zur subtalaren Arthrose

 

Ist eine subtalare Arthrose dasselbe wie Sprunggelenksarthrose? Nein. Das untere Sprunggelenk dient vor allem der Rückfussanpassung; das obere Sprunggelenk ist besonders für die Fusshebung und Fussstreckung wichtig. Kann das Gelenk wieder neuen Knorpel bilden? Für eine verlässliche Regeneration fortgeschrittenen arthrotischen Gelenkknorpels durch Übungen gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis.

Brauche ich immer eine Operation? Nein. Viele Menschen kommen mit Belastungsanpassung, geeignetem Schuhwerk und gezielter Physiotherapie zurecht. Darf ich wandern? Das hängt von Beschwerden, Untergrund, Schuhversorgung und Stabilität ab; ebene Wege sind häufig besser tolerierbar als steinige Hänge. Kann eine Spritze die Arthrose heilen? Nein, sie kann höchstens in ausgewählten Fällen vorübergehend Symptome lindern oder diagnostisch helfen. Wie lange dauert die Genesung nach einer Versteifung? Sie hängt von Knochenheilung, Operation, Entlastungsvorgaben und persönlicher Funktion ab und muss individuell geplant werden.

Einordnung der wissenschaftlichen Evidenz

 

Die Studienlage zur subtalaren Arthrose ist insgesamt deutlich kleiner als zur Hüft- und Kniearthrose. Die systematische Übersicht von Fletcher und Mitarbeitenden betrachtet insbesondere die Distraktionsarthrodese und enthält überwiegend nicht randomisierte Untersuchungen. Die randomisierte Studie von Rungprai und Mitarbeitenden vergleicht zwei operative Verfahren, nicht aber Operation und Physiotherapie. Langzeitserien von Easley sowie Joveniaux und Mitarbeitenden liefern wichtige Informationen zu knöcherner Fusion, Funktion und Komplikationen, können aber durch Patientenauswahl und fehlende Kontrollgruppen verzerrt sein.

Eine systematische Übersicht zum belasteten Fuss-CT von Li und Mitarbeitenden betrifft diagnostische Möglichkeiten über mehrere Fussregionen hinweg. Sie stützt keine pauschale Behauptung, dass jedes Rückfussproblem ein CT braucht. Für konservative Übungen, Einlagen und Injektionen speziell bei isolierter subtalarer Arthrose fehlen grosse direkte Wirksamkeitsstudien. Entsprechend sollten Empfehlungen als individualisierbare klinische Optionen und nicht als sichere Heilverfahren kommuniziert werden.

Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Informationen

 

Fletcher, A. N., Liles, J. L., Steele, J. J., Pereira, G. F., & Adams, S. B. (2020). Systematic Review of Subtalar Distraction Arthrodesis for the Treatment of Subtalar Arthritis. Foot & Ankle International, 41(4), 437–448. DOI: 10.1177/1071100719899050. Systematische Übersicht überwiegend nicht randomisierter Studien zu einer speziellen Versteifungstechnik.

Rungprai, C., Jaroenarpornwatana, A., Chaiprom, N., Phisitkul, P., & Sripanich, Y. (2021). Outcomes and Complications of Open vs Posterior Arthroscopic Subtalar Arthrodesis: A Prospective Randomized Controlled Multicenter Study. Foot & Ankle International, 42(11), 1371–1383. DOI: 10.1177/10711007211047239. Randomisierte Vergleichsstudie zu offener und arthroskopischer Versteifung bei subtalarer Arthrose.

Li, J., Fang, M., Van Oevelen, A., Peiffer, M., Audenaert, E., & Burssens, A. (2024). Diagnostic applications and benefits of weightbearing CT in the foot and ankle: A systematic review of clinical studies. Foot and Ankle Surgery, 30(1), 7–20. DOI: 10.1016/j.fas.2023.09.001. Systematische Übersicht zum belasteten CT in der Fuss- und Sprunggelenkdiagnostik; nicht exklusiv zur Arthrose.

Easley, M. E., Trnka, H. J., Schon, L. C., & Myerson, M. S. (2000). Isolated subtalar arthrodesis. Journal of Bone and Joint Surgery, American Volume, 82(5), 613–624. DOI: 10.2106/00004623-200005000-00002. Retrospektive grössere Fallserie zu Fusionserfolg und Risiken, darunter Einfluss von Rauchen.

Joveniaux, P., Harisboure, A., Ohl, X., & Dehoux, E. (2010). Long-term results of in situ subtalar arthrodesis. International Orthopaedics, 34(8), 1199–1205. DOI: 10.1007/s00264-010-1041-5. Langzeitbeobachtung nach subtalarer Arthrodese mit Fokus auf Funktion und Nachbargelenke.

Donatto, K. C. (1998). Arthritis and arthrodesis of the hindfoot. Clinical Orthopaedics and Related Research, 349, 81–92. DOI: 10.1097/00003086-199804000-00011. Klinische Fachübersicht zur Differentialdiagnose und operativen Versorgung verschiedener Rückfussarthritiden.

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