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Arteriosklerose: Ursachen, Symptome, Behandlung und Bewegung

Autorenbild: Roman Welzk | Gründer mein-physio.info
Roman Welzk | Gründer mein-physio.info
20. Dez. 2022
9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 10 Stunden

Arteriosklerose ist ein Sammelbegriff für Veränderungen der Arterienwände. Im Alltag ist damit meist Atherosklerose gemeint: Fettpartikel und Entzündungsprozesse fördern die Entstehung von Plaques in Blutgefässen. Lange bleibt das unbemerkt, später können Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen der Beine auftreten. Dieser Artikel erklärt, wie du Risiken erkennst, welche Untersuchungen sinnvoll sind und weshalb Bewegung, Rauchstopp und die medizinische Behandlung zusammengehören.

Inhaltsverzeichnis – 16 Kapitel anzeigen

1. Arteriosklerose und Atherosklerose: Was ist der Unterschied?

2. Wie entstehen Plaques in den Blutgefässen?

3. Welche Risikofaktoren sind besonders wichtig?

4. Welche Beschwerden verursacht Arteriosklerose?

5. Warnzeichen: Herzinfarkt, Schlaganfall und akuter Gefässverschluss

6. Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

7. Wie werden Cholesterinwerte und Risiko eingeordnet?

8. Welche Medikamente können erforderlich sein?

9. Ernährung: Was hilft den Gefässen wirklich?

10. Bewegung als Teil der Vorbeugung

11. Ein einfaches Übungsprogramm für den Einstieg

12. Gehtraining bei pAVK: Was ist besonders?

13. Rauchstopp, Blutdruck und Diabetes

14. Häufige Irrtümer über verkalkte Arterien

15. Kontrollen, Prognose und dein langfristiger Plan

16. Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Informationen

Arteriosklerose und Atherosklerose: Was ist der Unterschied?

Arteriosklerose bedeutet wörtlich eine Verhärtung von Arterien. Der Begriff umfasst verschiedene Veränderungen der Gefässwand. Atherosklerose ist eine bestimmte, klinisch besonders wichtige Form: In der inneren Gefässwand sammeln sich cholesterinhaltige Partikel, Immunzellen und Bindegewebsbestandteile. Dadurch entstehen Plaques. Sie können den Blutfluss einschränken oder plötzlich aufbrechen und eine Gerinnselbildung auslösen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden beide Begriffe oft gleich verwendet.

Eine Arterie ist kein starres Rohr, sondern ein lebendes Organ mit mehreren Wandschichten. Gefässzellen reagieren auf Blutdruck, Entzündungsreize, Stoffwechsel und Strömungsverhältnisse. Nicht jede Verkalkung verursacht sofort Beschwerden und nicht jede Gefässverengung ist bereits hochgradig. Entscheidend sind Ort, Ausmass, Stabilität der Plaque und das gesamte Herz-Kreislauf-Risiko. Eine frühe Risikobehandlung kann auch dann sinnvoll sein, wenn du dich vollkommen gesund fühlst.

Wie entstehen Plaques in den Blutgefässen?

Ein zentraler Mechanismus ist die Einlagerung von LDL-haltigen und anderen ApoB-haltigen Lipoproteinen in die Gefässwand. Dort können Entzündungsprozesse entstehen, die weitere Zellen anlocken und das Gewebe verändern. Mit der Zeit bildet sich eine Plaque mit unterschiedlichen Anteilen aus Fett, Bindegewebe und teilweise Kalzium. Das ist kein Vorgang, der allein durch ein einzelnes ungesundes Essen ausgelöst wird, sondern entwickelt sich meist über viele Jahre.

Gefährlich ist nicht nur die allmähliche Einengung. Manche Plaques können instabil werden und aufreissen. Ein darauf entstehendes Blutgerinnsel kann die Arterie rasch verschliessen, selbst wenn zuvor keine auffälligen Belastungsbeschwerden bestanden. Deshalb konzentriert sich die Vorbeugung nicht ausschliesslich auf die sichtbare Gefässweite. Ebenso wichtig sind LDL-Senkung, Blutdruckkontrolle, Rauchstopp und die Behandlung von Diabetes. Diese Massnahmen beeinflussen das langfristige Risiko für akute Gefässereignisse.

Welche Risikofaktoren sind besonders wichtig?

Zu den gut belegten Risikofaktoren zählen Rauchen, erhöhtes LDL-Cholesterin, hoher Blutdruck, Diabetes, chronische Nierenerkrankungen und Bewegungsmangel. Auch Alter, familiäre Belastung und bestimmte genetische Stoffwechselstörungen beeinflussen das Risiko. Manche Faktoren lassen sich nicht verändern, andere sehr wohl. Entscheidend ist die Kombination: Mehrere mässig ausgeprägte Risiken können gemeinsam relevanter sein als ein einzelner auffälliger Laborwert.

Ein erhöhtes Lipoprotein(a), kurz Lp(a), kann das kardiovaskuläre Risiko zusätzlich beeinflussen. Die europäische Aktualisierung zur Dyslipidämie von 2025 betont die Rolle dieses Markers bei der Risikoeinschätzung. Für eine individuelle Bewertung müssen Vorerkrankungen, Familiengeschichte und Laborwerte gemeinsam betrachtet werden. Ein günstiger Blutdruck allein bedeutet nicht automatisch, dass kein Risiko besteht. Umgekehrt ist ein erhöhter Cholesterinwert nicht bei jeder Person mit demselben absoluten Risiko verbunden. Die ärztliche Beratung sollte deshalb risikobasiert erfolgen.

Welche Beschwerden verursacht Arteriosklerose?

Viele Menschen bemerken über Jahre keine Symptome. Beschwerden entstehen häufig erst, wenn ein Organ unter Belastung nicht mehr ausreichend durchblutet wird oder ein akuter Gefässverschluss auftritt. In den Herzkranzgefässen kann sich das durch Druck oder Enge in der Brust zeigen. In den Beinarterien sind belastungsabhängige Wadenschmerzen typisch, die nach einer Pause nachlassen. Auch Hirnarterien und Nierenarterien können betroffen sein.

Das Beschwerdebild hängt stark vom betroffenen Gefäss ab. Bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, kurz pAVK, kann die Gehstrecke zunehmend kürzer werden. Im fortgeschrittenen Stadium treten manchmal Ruheschmerzen oder schlecht heilende Wunden auf. Bei koronarer Herzkrankheit können Beschwerden auch als Atemnot oder ungewöhnliche Leistungsschwäche wahrgenommen werden. Besonders bei Diabetes fehlen klassische Schmerzen teilweise. Eine genaue Untersuchung ist daher wichtiger als der Versuch, die Erkrankung allein anhand eines einzelnen Symptoms zu erkennen.

Warnzeichen: Herzinfarkt, Schlaganfall und akuter Gefässverschluss

Plötzlich auftretender Brustdruck, starke Atemnot, kalter Schweiss oder Schmerzen mit Ausstrahlung in Arm, Rücken oder Kiefer können auf einen Herzinfarkt hinweisen. Plötzliche Sprachstörungen, ein hängender Mundwinkel, Sehverlust oder einseitige Lähmungen sind mögliche Schlaganfallzeichen. In der Schweiz musst du in solchen Situationen sofort die Notrufnummer 144 wählen. Warte nicht ab, ob die Beschwerden nach einer Ruhepause verschwinden.

Ein plötzlich stark schmerzendes, kaltes, blasses oder gefühlloses Bein kann auf einen akuten Arterienverschluss hindeuten und benötigt ebenfalls unverzügliche medizinische Hilfe. Diese Notfälle dürfen nicht mit Massagen, Dehnübungen oder einem Spaziergang behandelt werden. Auch neu auftretende Brustschmerzen unter Belastung gehören rasch abgeklärt. Mehr zur Akutversorgung und anschliessenden Rehabilitation findest du im Artikel Herzinfarkt: Symptome und Behandlung.

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

Die ärztliche Untersuchung beginnt mit Krankengeschichte, Familienanamnese, Blutdruckmessung und einer Einschätzung der Risikofaktoren. Häufig werden Cholesterinwerte, Blutzucker beziehungsweise HbA1c und Nierenfunktion bestimmt. Bei Beschwerden der Beine können Pulsstatus und Knöchel-Arm-Index, kurz ABI, wichtige Hinweise liefern. Ein Duplex-Ultraschall zeigt Blutfluss und Engstellen. Für Herzkranzgefässe kommen je nach Beschwerden und Risiko andere diagnostische Verfahren infrage.

Nicht jede Person benötigt eine CT-Untersuchung oder einen Ultraschall sämtlicher Arterien. Die Entscheidung hängt von der konkreten Fragestellung ab. Bei unklarer Risikoeinschätzung kann in ausgewählten Situationen ein Koronarkalkscore zusätzliche Informationen liefern; ein unauffälliger Wert schliesst jedoch nicht jede Gefässerkrankung aus. Bei typischen Beschwerden muss die Abklärung unabhängig von vermeintlich guten Laborwerten erfolgen. Wenn beim Gehen Wadenschmerzen auftreten, erläutert unser Beitrag zur pAVK und zum ABI die spezifischen Untersuchungen.

Wie werden Cholesterinwerte und Risiko eingeordnet?

LDL-Cholesterin spielt eine ursächliche Rolle bei der Atherosklerose. Deshalb kann eine wirksame Senkung das Risiko für Herzinfarkt und andere Gefässereignisse reduzieren. Wie intensiv behandelt wird, hängt vom individuellen Risiko ab. Wer bereits einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine nachgewiesene atherosklerotische Gefässerkrankung hatte, benötigt häufig eine konsequentere Behandlung als jemand ohne bekannte Gefässerkrankung. Die Ziele werden ärztlich festgelegt.

Die europäische Leitlinienaktualisierung von 2025 bestätigt das risikobasierte Vorgehen und berücksichtigt neuere Daten zu Lipoprotein(a), Bildgebung und zusätzlichen LDL-senkenden Wirkstoffen. Ein einzelner Laborwert ist keine vollständige Diagnose. Auch Blutdruck, Nierenfunktion, Diabetes, Rauchen und familiäre Vorbelastung zählen. Entscheidend ist, das absolute Risiko verständlich zu besprechen und Nutzen sowie mögliche Nebenwirkungen einer Behandlung gegeneinander abzuwägen. Ein Medikament kann sinnvoll sein, obwohl du noch keinerlei Beschwerden hast.

Welche Medikamente können erforderlich sein?

Statine gehören bei erhöhtem kardiovaskulärem Risiko zu den wichtigsten Medikamenten, weil sie LDL senken und klinische Gefässereignisse reduzieren können. Wenn das Behandlungsziel nicht erreicht wird oder eine Unverträglichkeit vorliegt, können je nach Situation Ezetimib, PCSK9-hemmende Therapien oder weitere Wirkstoffe erwogen werden. Die 2025er ESC/EAS-Aktualisierung berücksichtigt unter anderem Bempedoinsäure für bestimmte Patientengruppen. Die Auswahl hängt von Risikoprofil, Vorerkrankungen und Verträglichkeit ab.

Zusätzlich müssen häufig Blutdruck und Diabetes behandelt werden. Nach bestimmten Gefässereignissen sind gerinnungshemmende Medikamente notwendig; diese werden jedoch nicht pauschal für jede gesunde Person mit Risikofaktoren empfohlen. Aspirin zur Selbstvorsorge ohne ärztliche Indikation kann Blutungsrisiken erhöhen. Setze verordnete Medikamente nicht eigenständig ab, auch wenn du dich gesund fühlst. Bei Muskelbeschwerden unter einer lipidsenkenden Therapie sollte eine strukturierte Abklärung erfolgen, statt das Medikament kommentarlos wegzulassen.

Ernährung: Was hilft den Gefässen wirklich?

Eine mediterran orientierte Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und überwiegend ungesättigten Fetten ist mit einer günstigeren Herz-Kreislauf-Gesundheit verbunden. Sinnvoll ist es, gesättigte Fette teilweise durch ungesättigte zu ersetzen und stark verarbeitete Produkte mit hohem Salz- oder Zuckeranteil seltener zu konsumieren. Dabei geht es um das langfristige Ernährungsmuster, nicht um einzelne verbotene Lebensmittel. Eine ausgewogene Ernährung sollte zum Alltag passen und dauerhaft umsetzbar sein.

Es gibt keine seriöse Evidenz dafür, dass ein spezieller Saft, Knoblauchkur oder Nahrungsergänzungsmittel bereits bestehende Plaques einfach aus den Arterien herausspült. Auch eine gesunde Ernährung ersetzt bei hohem Risiko nicht automatisch Medikamente. Wenn du Gewicht reduzieren möchtest, sind langfristige Gewohnheiten wichtiger als Crash-Diäten. Besonders bei Diabetes oder Nierenerkrankungen können individuelle Anpassungen nötig sein. Entscheidend ist die Gesamtheit aus Ernährung, Bewegung, Nichtrauchen, Blutdruck und gegebenenfalls medikamentöser Therapie.

Bewegung als Teil der Vorbeugung

Regelmässige Bewegung verbessert Ausdauer, Blutdruck, Stoffwechsel und Lebensqualität. Europäische Präventionsleitlinien empfehlen Erwachsenen grundsätzlich 150 bis 300 Minuten mässig intensive Ausdaueraktivität pro Woche oder eine entsprechende Menge intensiverer Bewegung. Das ist ein allgemeines Gesundheitsziel, keine pauschale Trainingsfreigabe bei instabiler Herzkrankheit. Wer lange inaktiv war, kann mit kurzen Einheiten beginnen und die Belastung schrittweise steigern.

Gehen, Velofahren, Schwimmen und alltagsnahe Bewegung sind oft gut geeignet. Zusätzlich kann angepasstes Krafttraining helfen, Muskulatur und Funktion zu erhalten. Bei bekannten Herzbeschwerden, ausgeprägter pAVK oder nach einem Gefässereignis muss die Intensität individuell geplant werden. Eine betreute Herz- oder Gefässrehabilitation bietet dafür einen sicheren Rahmen. Wer während einer Aktivität neue Brustenge, starke Atemnot, Schwindel oder ungewöhnliche Schwäche entwickelt, sollte sofort abbrechen und die Beschwerden medizinisch beurteilen lassen.

Ein einfaches Übungsprogramm für den Einstieg

Wenn keine akuten Warnzeichen bestehen und medizinisch nichts dagegen spricht, kannst du mit zehn Minuten zügigem, aber gut kontrollierbarem Gehen beginnen. Die Intensität sollte so sein, dass du noch in ganzen Sätzen sprechen kannst. Ergänze nach einigen Tagen weitere Minuten, wenn du dich gut erholst. An Tagen mit geringer Belastbarkeit ist auch ein kürzerer Spaziergang sinnvoll. Regelmässigkeit ist wichtiger als ein einzelnes besonders anstrengendes Training.

Als zweite Übung kannst du fünf- bis zehnmal von einem stabilen Stuhl aufstehen und dich langsam wieder setzen. Halte dich bei Bedarf fest und atme ohne Pressen weiter. Drittens eignet sich ein lockerer Zehenstand an einer Lehne, ebenfalls in kleiner Wiederholungszahl. Diese Übungen unterstützen Alltagskraft und Gleichgewicht, beseitigen aber keine Plaques. Bei Brustschmerzen, Schwindel oder neuem Beinschmerz muss die Belastung gestoppt werden. Nach Herzinfarkt oder Gefässoperation gelten individuelle Rehabilitationspläne.

Gehtraining bei pAVK: Was ist besonders?

Bei stabiler pAVK kann ein strukturiertes, möglichst betreutes Gehtraining die Gehfähigkeit verbessern. Häufig wird mit wiederholten Gehintervallen gearbeitet, zwischen denen Pausen eingelegt werden. Die genaue Dosierung richtet sich nach Beschwerden, Durchblutungsbefund und ärztlicher Freigabe. Das Training ist keine Selbstbehandlung bei akuter Durchblutungsstörung. Bei Ruheschmerz, offenen Wunden oder plötzlich verschlechterter Durchblutung muss zuerst ärztlich abgeklärt werden.

Auch geeignetes Schuhwerk und die tägliche Kontrolle der Füsse können wichtig sein, besonders bei Diabetes oder Gefühlsstörungen. Neue Druckstellen und Wunden sollten nicht ignoriert werden. Ein strukturierter Trainingsplan ist häufig wirksamer als gelegentliche, sehr intensive Spaziergänge. Für Betroffene lohnt sich eine Zusammenarbeit zwischen Angiologie, Hausarztpraxis und Physiotherapie. Bei gleichzeitig bestehenden Venenproblemen ist eine Abgrenzung sinnvoll; eine tiefe Beinvenenthrombose hat einen anderen Mechanismus und andere Behandlungsregeln.

Rauchstopp, Blutdruck und Diabetes

Rauchen schädigt Gefässe und erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und pAVK deutlich. Ein Rauchstopp gehört deshalb zu den wirksamsten beeinflussbaren Massnahmen. Unterstützung durch Beratung, verhaltenstherapeutische Strategien und gegebenenfalls geeignete Medikamente kann die Erfolgschancen verbessern. Rückfälle sind ein Anlass, die Strategie anzupassen, nicht die Bemühungen aufzugeben. Auch Passivrauchexposition sollte möglichst reduziert werden.

Hoher Blutdruck kann Gefässwände zusätzlich belasten und muss bei wiederholt erhöhten Werten systematisch behandelt werden. Bei Diabetes sind neben Blutzucker auch Blutdruck, Cholesterin, Nierenfunktion und Fussgesundheit relevant. Eine chronische Nierenerkrankung beeinflusst ihrerseits das kardiovaskuläre Risiko; dazu findest du mehr unter chronische Nierenerkrankung und Training. Einzelne Massnahmen verstärken sich gegenseitig. Entscheidend ist ein langfristiger Plan, der medizinisch wirksam und im Alltag umsetzbar ist.

Häufige Irrtümer über verkalkte Arterien

Kann man Arterien mit bestimmten Lebensmitteln reinigen? Nein, Plaques werden nicht wie Schmutz aus einem Rohr gespült. Eine konsequente Behandlung kann das Risiko senken und die Plaquestabilität beeinflussen, ist aber keine mechanische Reinigung. Bedeutet ein normales EKG, dass alle Herzkranzgefässe frei sind? Nein. Ein Ruhe-EKG kann trotz relevanter Erkrankung unauffällig sein. Sind nur ältere Menschen betroffen? Nein, genetische und andere Risikofaktoren können schon früher eine Rolle spielen.

Ist Bewegung bei Arteriosklerose gefährlich? Bei stabiler Situation ist angepasste Bewegung meist sinnvoll, während akute Symptome eine medizinische Abklärung verlangen. Kann man auf Medikamente verzichten, wenn man sich gesund ernährt? Das hängt vom individuellen Risiko ab und sollte gemeinsam entschieden werden. Schützen Nahrungsergänzungsmittel zuverlässig vor Herzinfarkt? Für viele populäre Produkte fehlt ein überzeugender klinischer Nutzen. Solche Mittel dürfen eine nachweislich wirksame Therapie nicht ersetzen.

Kontrollen, Prognose und dein langfristiger Plan

Atherosklerose ist meist ein langfristiger Prozess. Eine gute Behandlung kann das Risiko schwerer Ereignisse deutlich senken, auch wenn bereits Plaques vorhanden sind. Dazu gehören regelmässige Kontrollen von Blutdruck, Blutfetten und je nach Situation Blutzucker sowie Nierenfunktion. Nach einem Herzinfarkt oder einer Gefässoperation kommen spezielle Nachsorgeprogramme hinzu. Die Intervalle werden individuell festgelegt. Bei neuen Beschwerden ist eine vorgezogene Untersuchung sinnvoll.

Setze dir wenige überprüfbare Ziele: zum Beispiel einen Rauchstopp planen, die verordnete Therapie regelmässig einnehmen, mehr Alltagswege zu Fuss zurücklegen und einen Termin für die nächste Kontrolle vereinbaren. Dokumentiere Belastungsbeschwerden und Veränderungen, statt dich ausschliesslich auf Fitness-Apps zu verlassen. Ein persönlicher Behandlungsplan berücksichtigt Alter, Vorerkrankungen, berufliche Anforderungen und deine Möglichkeiten. So entsteht eine nachhaltige Prävention, die nicht aus Angst vor Bewegung besteht, sondern aus gut informierter Aktivität und medizinischer Begleitung.

Das folgende Video ist ein allgemeines Mein-Physio-Video zur Gesundheitsaufklärung und kein spezielles Arteriosklerose-Video.

Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Informationen

Mein Physio Online-Akademie

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