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Lymphknoten der Achsel: Funktion, Schwellungen, Ursachen & Behandlung


Warum die Lymphknoten in der Achsel so wichtig sind

Die Lymphknoten der Achselhöhle (axilläre Lymphknoten) spielen eine zentrale Rolle im Immunsystem und im Lymphabfluss des Oberkörpers. Sie filtern Flüssigkeit, sammeln Krankheitserreger, zerstören Fremdstoffe und unterstützen die Immunantwort. Besonders bekannt sind sie, weil Schwellungen in der Achsel schnell spürbar sind und viele Menschen verunsichern – meist, weil sie an Infektionen oder in seltenen Fällen an bösartige Erkrankungen denken.

Axilläre Lymphknoten reagieren auf Infektionen, Entzündungen, Hautreizungen, Impfungen, Rasurverletzungen, Brustgewebeprozesse oder systemische Erkrankungen. Nicht jede Schwellung ist gefährlich – aber das Verständnis der Achsellymphknoten hilft, Veränderungen richtig einzuschätzen und sinnvoll darauf zu reagieren.






Anatomie: Wo genau liegen die Lymphknoten in der Achsel?

In der Achselhöhle befindet sich ein komplexes System aus 20–40 Lymphknoten, die in mehreren Gruppen organisiert sind. Sie liegen tief zwischen Brustwand, Schultergürtel und Oberarm und bilden den Hauptabflussweg der Lymphe aus:


  • dem Arm

  • der Brust (inkl. Brustdrüsen)

  • dem oberen Rücken & Schulterbereich

  • den seitlichen Brustwandanteilen


Gruppen der axillären Lymphknoten

Die Lymphknoten werden funktionell in Level eingeteilt – wichtig z. B. in der Krebsdiagnostik:


  • Level I (unterer Bereich): nahe der Achselfalte, nimmt Lymphe aus Arm & Brustwand auf

  • Level II (mittlerer Bereich): unter dem kleinen Brustmuskel (M. pectoralis minor)

  • Level III (oberer Bereich): Richtung Schlüsselbein, Übergang zum Halsbereich


Diese Organisation erklärt, warum manche Erkrankungen nur bestimmte Knotenbereiche betreffen und warum Brustkrebs bevorzugt in dieser Region untersucht wird – die Achsel ist ein wichtiger Lymphknoten-Knotenpunkt.



Aufgabe der Lymphknoten: Filter, Alarmanlage & Schutzsystem

Die Lymphknoten in der Achsel…


  • filtern Lymphflüssigkeit wie ein biologisches Sieb

  • erkennen Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Pilze)

  • aktivieren Immunzellen (Lymphozyten)

  • verhindern Ausbreitung von Infektionen

  • speichern Immunerinnerung


Eine Lymphknotenschwellung bedeutet meistens:➡ Das Immunsystem arbeitet.


Und genau deshalb sind sie ein so sensibles Zeichen für Immunaktivität im Oberkörper.



Warum schwellen Lymphknoten der Achsel an? – Häufige Ursachen


1. Infektionen im Bereich des Arms, der Brust oder Haut

  • kleine Wunden, Rasurverletzungen

  • eingewachsene Haare

  • Abszesse, Furunkel

  • Katzen- oder Tierkratzer

  • virale Atemwegsinfekte


Schwellungen treten oft einseitig auf und sind druckschmerzhaft.


2. Impfungen & Immunreaktionen

Nach Impfungen, beispielsweise gegen:


  • COVID-19

  • Grippe

  • Tetanus

  • HPV


3. Brustgewebeprozesse

  • Brustentzündungen (Mastitis)

  • hormonelle Veränderungen

  • Stillzeit

  • gutartige Brustzysten

  • Brustkrebs (selten, aber besonders relevant)


Hinweis: Bei gleichzeitigen Brustveränderungen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.


4. Autoimmun- & Systemerkrankungen

  • Lupus erythematodes

  • rheumatoide Arthritis

  • Sarkoidose


Schwellungen können in diesen Fällen beidseitig, länger anhaltend und weniger schmerzhaft auftreten.


5. Allergische Reaktionen

  • Deodorants oder Rasierprodukte

  • Kontaktallergien

  • Hautpflegeprodukte


Die Reizung löst lokale Entzündungen und damit eine reaktive Schwellung aus.


6. Tumorerkrankungen

Wichtig: selten, aber relevant


  • Brustkrebs

  • Lymphome

  • Leukämien

  • Metastasen anderer Tumoren


Typisch: harte, nicht schmerzhafte, schlecht verschiebbare Lymphknoten, die über Wochen bestehen bleiben.



Wie fühlen sich geschwollene Lymphknoten in der Achsel an?

Merkmal

Meist harmlos

Eher abklärungsbedürftig

Schmerz

schmerzhaft

nicht schmerzhaft

Beweglichkeit

gut verschieblich

kaum verschieblich

Konsistenz

weich bis elastisch

sehr hart / knotenartig

Dauer

Tage bis wenige Wochen

länger als 4–6 Wochen

Begleitsymptome

Erkältung, Wunde, Impfung

Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Fieber

Merke: Nicht jeder harte Lymphknoten ist bösartig – aber persistierende, unbewegliche Schwellungen gehören untersucht.



Wann sollte man mit Achsellymphknotenschwellungen zum Arzt?

Sofortige Abklärung bei:


  • unerklärbare Schwellung > 4–6 Wochen

  • Lymphknoten > 2 cm

  • harte, unverschiebbare Lymphknoten

  • Schwellungen ohne Infekt oder Verletzung

  • Begleitzeichen:

    • nächtliche Schweißausbrüche

    • Fieber ohne Infekt

    • unerklärlicher Gewichtsverlust

    • Müdigkeit, Erschöpfung

    • Brustveränderungen



Diagnose: Wie werden Achsellymphknoten untersucht?

  • Tastuntersuchung (Größe, Konsistenz, Verschiebbarkeit)

  • Ultraschall (erste Wahl)

  • Blutbild & Entzündungswerte

  • MRT, CT bei unklaren Befunden

  • Biopsie bei Verdacht auf Tumorprozesse


Der Ultraschall gibt meist schnell Klarheit, ob der Lymphknoten reaktiv, entzündlich oder strukturell verändert ist.



Behandlung: Was hilft bei geschwollenen Lymphknoten in der Achsel?


Abhängig von der Ursache:


  • Infektionen: Ausheilung abwarten, ggf. Antibiotika

  • Rasurverletzungen, Hautreizungen: Schonung, antiseptische Pflege

  • Impfreaktionen: kühlen, Geduld – geht meist zurück

  • Allergien: reizende Produkte meiden

  • eingewachsene Haare: lokal behandeln, vermeiden

  • systemische Erkrankungen: gezielte Therapie

  • Tumorbedingte Veränderungen: onkologische Behandlung


Hausmittel & Selbsthilfe:


  • kühle Umschläge in der akuten Phase

  • körperliche Schonung

  • ausreichend trinken

  • keine aggressive Rasur bei Reizung

  • keine starke Achselmassage bei akuten Entzündungen



Fazit: Lymphknoten der Achsel sind sensible Frühwarnsysteme des Körpers

Die axillären Lymphknoten reagieren auf vieles, was im Oberkörper passiert – von kleinen Hautreaktionen bis zu systemischen Erkrankungen. Eine Schwellung heißt meist: Das Immunsystem ist aktiv.

In den meisten Fällen sind die Veränderungen harmlos und vorübergehend, doch länger anhaltende, harte oder nicht schmerzhafte Knoten sollten abgeklärt werden.

Wer seinen Körper beobachtet, Infektionen behandelt und Warnzeichen kennt, trifft die richtigen Entscheidungen – ohne unnötige Sorgen, aber mit wachsamem Blick.



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Artikel geprüft von: Roman Welzk




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