Fussschmerzen aussen beim Auftreten: Ursachen, Warnzeichen und 6 Übungen


Du trittst morgens aus dem Bett, gehst die Treppe hinunter oder machst nach einer längeren Wanderung den nächsten Schritt – und plötzlich schmerzt der Fuss an seiner Aussenseite. Manchmal zieht der Schmerz unterhalb des Aussenknöchels entlang, manchmal sitzt er direkt am knöchernen Rand des Mittelfusses. Vielleicht ist der Fuss nur nach längerer Belastung empfindlich. Oder du bist umgeknickt und kannst kaum noch auftreten.
Die Lage des Schmerzes liefert einen ersten Hinweis, aber keine Diagnose. An der Fussaußenseite liegen Sehnen, Bänder, Gelenke und der fünfte Mittelfussknochen dicht beieinander. Vor allem nach einem Unfall müssen Knochenverletzungen ausgeschlossen werden, bevor du Dehnübungen oder Krafttraining beginnst. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Ursachen häufig sind, woran du Warnzeichen erkennst und wie ein sinnvoller physiotherapeutischer Aufbau aussehen kann.
Wo genau schmerzt die Aussenseite des Fusses?
Eine möglichst genaue Ortsangabe hilft bei der Untersuchung. Direkt hinter und unter dem Aussenknöchel verlaufen die Peronealsehnen. Weiter nach vorne liegen das Würfelbein und die Gelenke des seitlichen Mittelfusses. Der fühlbare knöcherne Vorsprung an der äusseren Fusskante gehört zur Basis des fünften Mittelfussknochens. Noch weiter vorne können der fünfte Mittelfussknochen oder der kleine Zeh Beschwerden verursachen.
Zusätzlich zählt der Verlauf: Beginnen die Schmerzen nach einem Umknicktrauma, nach einem plötzlichen Trainingsanstieg oder ohne erkennbaren Anlass? Sind sie punktförmig über einem Knochen oder eher länglich entlang einer Sehne? Gibt es Schwellung, Bluterguss, Kribbeln, eine Temperaturveränderung oder Instabilität? Ein einzelner Selbsttest ersetzt diese Gesamtschau nicht.
Ursache 1: Peronealsehnenreizung nach Überlastung
Die Muskeln Peroneus brevis und Peroneus longus verlaufen an der Aussenseite des Unterschenkels. Ihre Sehnen ziehen hinter dem Aussenknöchel entlang und stabilisieren den Fuss unter anderem gegen plötzliches Umknicken. Wenn die Belastung rasch steigt, beispielsweise durch ungewohnte Bergwanderungen, seitliche Sprünge oder einen abrupten Wiedereinstieg ins Lauftraining, kann die Sehnenregion schmerzempfindlich werden.
Typisch sind belastungsabhängige Beschwerden hinter oder unterhalb des Aussenknöchels, manchmal mit Druckempfindlichkeit oder Schwellung. Beim aktiven Bewegen des Fusses nach aussen kann der Schmerz reproduzierbar sein. Das beweist allerdings keine Tendinopathie: Auch andere Strukturen liegen in dieser Region. Die internationale ESSKA-AFAS-Konsensempfehlung fordert deshalb eine differenzierte Untersuchung und betont, dass Sehnenreizung, Riss und Luxation unterschiedliche Krankheitsbilder sind.
Einen vertiefenden Ratgeber findest du in unserem Artikel über die Peronealsehnen am Aussenknöchel.
Ursache 2: Umknicken und Verletzung der Aussenbänder
Nach dem klassischen Umknicken nach innen können die Aussenbänder des oberen Sprunggelenks verletzt sein. Schmerzen und Schwellung sitzen dann oft rund um den Aussenknöchel, gelegentlich auch weiter unten an der Fusskante. Eine Bandverletzung und ein Knochenbruch können sich zunächst ähnlich anfühlen. Darum ist die entscheidende Frage nicht, ob die Schwellung wie eine Verstauchung aussieht, sondern ob aufgrund des Unfallmechanismus und der Untersuchung ein Bruch ausgeschlossen werden muss.
Bei einer gesicherten unkomplizierten Aussenbandverletzung empfehlen physiotherapeutische Leitlinien frühzeitigen, geschützten Belastungsaufbau, passende Stabilisierung und später Balance- sowie Krafttraining. Eine wochenlange vollständige Ruhigstellung ist nicht für jede Verstauchung sinnvoll. Der genaue Schutzbedarf richtet sich nach Schweregrad und begleitenden Verletzungen.
Ursache 3: Bruch des fünften Mittelfussknochens
Der fünfte Mittelfussknochen bildet den äusseren Strahl des Vorfusses. Gerade an seiner Basis können nach einem Umknicken Knochenstücke ausgerissen werden. Etwas weiter entfernt von der Basis liegt die Region, in der eine sogenannte Jones-Fraktur auftreten kann. Diese verschiedenen Bruchtypen sind keineswegs austauschbar: Ihre Durchblutung und ihr Risiko für verzögerte Heilung unterscheiden sich.
Ein druckschmerzhafter Knochenpunkt an der äusseren Fusskante, Schwellung, Bluterguss oder starke Schmerzen beim Auftreten nach einer Verletzung müssen ernst genommen werden. Auch wer noch wenige Schritte gehen kann, hat nicht automatisch keinen Bruch. Besonders bei Verdacht auf eine Jones-Fraktur solltest du keine Kräftigungsübungen als Selbstbehandlung starten, bevor eine ärztliche Beurteilung erfolgt ist.
Mehr dazu erklärt unser Spezialartikel zur Jones-Fraktur des fünften Mittelfussknochens.
Ursache 4: Stressreaktion oder Ermüdungsbruch
Nicht jede Knochenverletzung entsteht durch einen einzelnen Unfall. Wiederholte hohe Belastungen können zu einer Stressreaktion im Knochen führen. Läuferinnen und Läufer, Wandernde und Menschen mit rasch gesteigerter Trainingsmenge sind mögliche Betroffene. Anfangs treten die Schmerzen oft nur bei Belastung auf, später können sie früher einsetzen oder sogar in Ruhe spürbar werden.
Ein sehr genau lokalisierbarer Knochenschmerz, zunehmende Beschwerden trotz reduzierter Belastung oder Schmerzen beim einfachen Gehen sollten ärztlich untersucht werden. Frühstadien von Stressverletzungen sind auf einem gewöhnlichen Röntgenbild manchmal noch nicht sichtbar; je nach Befund kann weitere Bildgebung sinnvoll sein. Springtests auf eigene Faust sind bei entsprechendem Verdacht keine gute Idee.
Ursache 5: Würfelbein und Gelenke des seitlichen Mittelfusses
Das Würfelbein, medizinisch Os cuboideum, befindet sich zwischen Fersenbein und den äusseren Mittelfussknochen. Nach einem Umknicken oder bei wiederholter Belastung kann die Region um das Kalkaneokuboidgelenk schmerzen. Teilweise wird dafür die Bezeichnung Cuboid-Syndrom verwendet.
Diese Diagnose sollte aber nicht leichtfertig gestellt werden. Eine Literaturübersicht zeigt, dass es keinen gesicherten Einzeltest und nur begrenzte wissenschaftliche Daten zur Behandlung gibt. Vor allem ein Bruch, eine Sehnenverletzung oder ein Problem im angrenzenden Gelenk muss gegebenenfalls ausgeschlossen werden. Einen Fuss ohne Befund selbst kräftig „einzurenken“ ist keine evidenzbasierte Erstbehandlung.
Ursache 6: Peronealsehnenluxation oder Teilriss

Ein hörbares Schnappen hinter dem Aussenknöchel nach einem Unfall kann auf eine Verschiebung der Peronealsehnen aus ihrer Führung hinweisen. Möglich sind auch Teilrisse. Typischerweise stehen dabei ein lokales Schnappgefühl, Schmerzen, Schwellung und Unsicherheit im Vordergrund. Nicht jedes knackende Geräusch ist eine Luxation, doch eine wiederholt aus der Rinne springende Sehne benötigt eine gezielte Untersuchung.
Ein dynamischer Ultraschall kann bei Verdacht auf Instabilität hilfreich sein; bei anderen Fragen kommt ein MRT infrage. Die Wahl hängt von Untersuchungsbefund, Fragestellung und Verfügbarkeit ab. Details findest du im Artikel zur Peronealsehnenluxation.
Ursache 7: Nervenirritation statt Sehnenschmerz
Brennende, elektrische oder kribbelnde Beschwerden passen nicht immer zu einer Sehnen- oder Bandverletzung. An der äusseren Fusskante versorgen unter anderem sensible Nervenäste die Haut. Irritationen des Nervus suralis, Druck durch ungeeignete Schuhe oder Nervenprobleme aus anderen Regionen können sich dort bemerkbar machen.
Anhaltende Taubheit, auffällige Sensibilitätsveränderungen oder Muskelschwäche sollten medizinisch abgeklärt werden. Das Muster der Symptome und die neurologische Untersuchung sind meist hilfreicher als eine reine Druckmassage der schmerzenden Stelle. Die Verteilung kann sich zudem mit Symptomen aus dem Rücken überschneiden; einen Überblick bietet unser Artikel über Radikulopathie und Nervenwurzelreizungen.
Was bedeuten Fussschmerzen aussen ohne Unfall?
Ohne Unfall sind Überlastungen der Sehnen, Stressreaktionen des Knochens, Schuhdruck oder andere lokale Reizungen möglich. Gehe dennoch nicht automatisch von einer harmlosen Sehnenentzündung aus. Eine deutlich zunehmende Schmerzstelle über dem Knochen, nächtlicher Ruheschmerz, Fieber oder neue neurologische Auffälligkeiten verdienen medizinische Aufmerksamkeit. Insbesondere bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder Sensibilitätsverlust können Probleme anders verlaufen als erwartet.
Die schlichte Frage „Wie lange habe ich das schon?“ reicht nicht aus. Entscheidend ist, ob die Beschwerden besser werden, ob Belastung noch möglich ist und ob die Symptome zum vermuteten Gewebe passen. Eine seriöse Abklärung wägt genau diese Faktoren ab.
Wann ist Röntgen nach dem Umknicken sinnvoll?
Die Ottawa-Fussregeln helfen geschulten medizinischen Fachpersonen nach einer akuten Verletzung einzuschätzen, ob eine Röntgenaufnahme nötig ist. Bei Schmerzen in der Mittelfussregion wird Röntgen vor allem dann empfohlen, wenn die Basis des fünften Mittelfussknochens oder das Kahnbein druckschmerzhaft ist oder vier Schritte unmittelbar nach dem Unfall und bei der Untersuchung nicht möglich sind.
Die Regeln sind in zahlreichen Studien untersucht worden und besonders dazu geeignet, Brüche mit hoher Sensitivität auszuschliessen. Sie gelten aber nicht für jede Situation, etwa nicht als alleinige Beurteilung bei anhaltendem Stressfrakturverdacht oder besonderen medizinischen Risiken. Versuche deshalb nicht, einen möglichen Bruch durch schmerzhaftes Abtasten und erzwungenes Gehen selbst wegzutesten.
Wann solltest du sofort ärztliche Hilfe suchen?
Video: Physiotherapie und Gesundheitswissen
Nach einem Unfall sind eine erkennbare Fehlstellung, offene Wunde, stark zunehmende Schwellung, fehlende Belastbarkeit, kalte oder ungewöhnlich blasse Zehen, neue Taubheit sowie starke Schmerzen dringende Gründe für eine medizinische Beurteilung. Auch ein heisser, roter Fuss mit Fieber oder ein erheblich schmerzhafter Fuss ohne erklärbare Belastung kann auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen.
Wenn der Fuss nach dem Umknicken zwar belastbar ist, der Schmerz aber punktförmig am fünften Mittelfussknochen sitzt oder nach einigen Tagen nicht nachlässt, vereinbare zeitnah einen Untersuchungstermin. Die Abwesenheit eines grossen Blutergusses schliesst einen Bruch nicht aus.
Wie wird die Ursache untersucht?
Die Befundaufnahme beginnt mit dem Verlauf: exakter Beginn, Unfallmechanismus, Trainingsänderung und bisherige Belastbarkeit. Danach folgen Gangbild, Beweglichkeit, gezielte Palpation von Sehnen und knöchernen Punkten, Kraft und Stabilität sowie bei Bedarf eine neurologische und durchblutungsbezogene Untersuchung.
Bei Frakturverdacht steht häufig zuerst ein Röntgen im Vordergrund. Ultraschall kann insbesondere für die dynamische Untersuchung von Sehnen nützlich sein. Ein MRT ist bei unklaren anhaltenden Beschwerden, bestimmten Sehnenschäden oder einer Stressverletzung manchmal hilfreich. Bildgebung ohne konkrete Fragestellung ist hingegen nicht automatisch besser als eine sorgfältige klinische Untersuchung.
Was kannst du in den ersten Tagen selbst tun?
Ohne Warnzeichen und nachdem eine relevante Verletzung ausgeschlossen ist, darfst du den Fuss vorübergehend entlasten, ohne ihn komplett stillzulegen. Reduziere die Bewegungen, die klar Schmerzen auslösen, etwa lange Läufe, seitliche Sprünge oder sehr lange Spaziergänge. Wähle stabiles, bequemes Schuhwerk und prüfe, ob Schuhe oder enge Schnürung Druck an der Aussenseite ausüben.
Kühlen kann kurzfristig angenehm sein, ist aber kein notwendiger Heilungsmechanismus. Ein dünnes Tuch zwischen Haut und Kühlpack schützt vor Kälteschäden; bei eingeschränktem Gefühl ist besondere Vorsicht nötig. Nach akuter Verstauchung können zeitlich begrenzte Kompression und Hochlagern gegen Schwellung helfen. Bei Knochenbruch oder Sehnenluxation gelten dagegen andere Schutz- und Belastungsvorgaben.
Sechs Übungen bei Fussschmerzen aussen – nur nach Abklärung
Die folgenden Übungen sind ein allgemeiner, stufenweiser Trainingsrahmen für eine unkomplizierte Überlastung oder die Rehabilitation nach medizinischer Freigabe. Sie sind keine spezifisch getestete Therapie für sämtliche Ursachen äusserer Fussschmerzen. Bei einem möglichen Bruch, einer akuten starken Schwellung, ausgeprägter Instabilität oder erheblichen neurologischen Symptomen solltest du vorerst nicht trainieren.
Übung 1: Sprunggelenk sanft mobilisieren
Setze dich hin und bewege den Fuss langsam nach oben und unten. Ergänze kleine, kontrollierte Kreise, soweit die Bewegung gut toleriert wird. Beginne mit ein bis zwei Minuten. Ziel ist nicht ein möglichst grosser Bewegungsradius, sondern eine schmerzarme Bewegung, die sich mit der aktuellen Verletzungsphase verträgt.
Übung 2: Fuss nach aussen isometrisch anspannen
Im Sitzen drückst du die äussere Fusskante leicht gegen deine Hand oder einen stabilen Gegenstand, ohne dass sich das Gelenk sichtbar bewegt. Halte die Spannung zunächst fünf bis zehn Sekunden und wiederhole fünf- bis achtmal. Steigere nur, wenn die Beschwerden während und nach der Übung gut verträglich bleiben. Bei vermuteter Sehnenluxation oder frischer Verletzung ist diese Übung zunächst nicht geeignet.
Übung 3: Kräftigung mit leichtem Widerstandsband
Führe ein leichtes Band um den Vorfuss und bewege den Fuss langsam etwas nach aussen gegen den Zug. Kehre kontrolliert zurück. Starte beispielsweise mit zwei Sätzen zu acht bis zwölf Wiederholungen. Die Belastung darf herausfordernd sein, sollte aber weder stechende Schmerzen auslösen noch am nächsten Morgen eine deutliche Verschlechterung verursachen.
Übung 4: Beidbeinige Fersenhebungen
Stelle dich an eine stabile Arbeitsplatte und hebe beide Fersen langsam vom Boden. Senke sie kontrolliert ab. Beginne mit zwei Sätzen zu acht Wiederholungen und verteile das Gewicht gleichmässig. Diese Übung trainiert die Belastbarkeit des Fuss-Sprunggelenk-Komplexes, ersetzt aber keine gezielte Diagnostik der schmerzhaften Struktur.
Übung 5: Einbeinstand mit sicherer Unterstützung
Wenn normales Gehen gut möglich ist, stelle dich neben eine Wand und verlagere das Gewicht kontrolliert auf das betroffene Bein. Halte zehn bis zwanzig Sekunden, zunächst mit Fingerkontakt zur Unterstützung. Ziel ist eine ruhige Balance ohne Wegknicken. Bei starker Instabilität oder nach einer noch nicht ausgeheilten Verletzung bleibt die Übung Teil einer fachlich angeleiteten Rehabilitation.
Übung 6: Schrittweise zum Gehen und Treppensteigen zurückkehren
Steigere die Gehstrecke allmählich in überschaubaren Schritten. Beginne mit ebenem Untergrund und kurzen Wegen, bevor du Hügel, unebene Waldwege oder schnelle Richtungswechsel hinzufügst. Treppen können zunächst mit Handlauf geübt werden. Entscheidend ist die Reaktion des Fusses über die nächsten 24 Stunden. Wenn Schmerz, Hinken oder Schwellung deutlich zunehmen, reduziere die Belastung wieder.
Wie viel Schmerz ist beim Training erlaubt?
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Eine universelle Schmerzgrenze in Zahlen gibt es für diese verschiedenen Ursachen nicht. Bei einer gesicherten Überlastung kann eine geringe und vorübergehende Symptomzunahme manchmal toleriert werden. Stechender Knochenschmerz, zunehmendes Hinken oder wiederkehrende Schwellung sind dagegen keine sinnvollen Trainingsziele. Orientiere dich an Funktion, Beschwerdeverlauf und der Reaktion am Folgetag statt ausschliesslich an einem einzelnen Wert auf einer Schmerzskala.
Helfen Einlagen, Tape oder Bandagen?
Stützende Schuhe oder vorübergehende Orthesen können bei bestimmten Beschwerden nützlich sein, beispielsweise nach einer Verstauchung oder wenn Schuhdruck ein Problem ist. Eine Bandage kann im frühen Verlauf einer Aussenbandverletzung die Belastung absichern. Bei chronischer Instabilität sollte sie jedoch Kraft- und Balancetraining nicht ersetzen. Spezielle Einlagen helfen nicht jeder Ursache und sollten an den klinischen Befund angepasst werden.
Eine wahllose Bandage oder ein Tape ist keine sichere Lösung für einen Bruch des fünften Mittelfussknochens. Auch eine dauerhaft veränderte Fussstellung sollte nicht allein durch ein improvisiertes Hilfsmittel korrigiert werden. Ziel bleibt eine Kombination aus passender Entlastung, genauer Diagnose und progressivem Wiederaufbau.
Kann ich mit Schmerzen an der Fussaussenseite joggen?
Nach einer frischen Verletzung, bei deutlichem Knochendruckschmerz oder auffälliger Schwellung lautet die sichere Antwort zunächst: nicht ohne Abklärung. Bei einer unkomplizierten Überlastung ist der spätere Wiedereinstieg oft möglich, wenn normales Gehen, Treppensteigen und die relevanten Kraftübungen gut toleriert werden. Der Laufumfang sollte langsam gesteigert werden, statt verlorene Trainingseinheiten rasch nachzuholen.
Plane zunächst kurze, flache Strecken. Intervalle, Tempoläufe und seitlich geneigte Wege stellen höhere Anforderungen. Wiederholt auftretende Beschwerden können ein Anlass sein, Trainingsumfang, Schuhe, Lauftechnik und die körperliche Belastbarkeit gemeinsam mit einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten zu überprüfen.
Wie lange dauern Fussschmerzen an der Aussenseite?
Der Verlauf hängt stark von der Diagnose ab. Eine leichte Überlastung kann auf angepasste Belastung in Tagen bis Wochen reagieren; manche Sehnenprobleme benötigen einen längeren Aufbau. Eine Aussenbandverletzung hat abhängig vom Schweregrad andere Zeiträume. Knochenbrüche, insbesondere bestimmte proximale Frakturen des fünften Mittelfussknochens, können deutlich länger brauchen und müssen gegebenenfalls zeitweise ohne Belastung behandelt werden. Eine pauschale Heilungsdauer wäre deshalb irreführend.
Wenn die Beschwerden trotz Anpassung nicht besser werden, nach Belastungssteigerung rasch wiederkehren oder neue Symptome hinzukommen, sollte die Diagnose erneut überprüft werden. Immer weiter zu dehnen ist nicht automatisch die richtige Antwort.
Häufige Fragen zu äusseren Fussschmerzen
Warum schmerzt die äussere Fusskante nur beim Auftreten?
Beim Auftreten steigen die Kräfte auf Bänder, Sehnen, Gelenke und Knochen. Eine belastungsabhängige Sehnenreizung ist möglich, ebenso eine Knochenverletzung oder Reizung im seitlichen Mittelfuss. Der genaue Ort, der Unfallverlauf und die Untersuchung entscheiden, welche Ursache wahrscheinlich ist.
Kann der Schmerz von einer Peronealsehne kommen?
Ja, besonders wenn die Beschwerden hinter oder unter dem Aussenknöchel liegen und nach Belastung zunehmen. Eine schmerzhafte Bewegung nach aussen kann ein Hinweis sein, bestätigt die Diagnose aber nicht. Anhaltendes Schnappen oder Instabilität sollte gesondert abgeklärt werden.
Ist die äussere Fusskante bei einer Jones-Fraktur immer geschwollen?
Nein. Schwellung und Bluterguss sind häufig, aber nicht zwingend ausgeprägt. Entscheidend sind der genaue knöcherne Druckschmerz, der Unfallmechanismus und die medizinische Untersuchung mit Bildgebung bei entsprechender Indikation.
Was bedeutet Brennen oder Kribbeln am Fussrand?
Das kann auf eine Reizung sensibler Nerven hinweisen, beispielsweise durch lokalen Druck oder eine andere Nervenbeteiligung. Die Beschwerden sollten bei anhaltender Taubheit, Schwäche oder Ausbreitung ärztlich eingeordnet werden. Unser Ratgeber über brennende Fusssohlen erklärt weitere mögliche Ursachen.
Fazit: Erst die Ursache klären, dann sinnvoll trainieren
Fussschmerzen an der Aussenseite sind ein Symptom und keine einheitliche Erkrankung. Häufig spielen überlastete Sehnen oder ein Umknicktrauma eine Rolle. Wichtig ist aber, einen Bruch des fünften Mittelfussknochens, eine relevante Sehnenluxation oder neurologische Auffälligkeiten nicht zu übersehen. Nach einer guten Untersuchung helfen bei vielen unkomplizierten Beschwerden eine zeitweise Belastungsanpassung und ein gezielter Wiederaufbau. Übungen sind dabei ein Werkzeug – keine Ersatzdiagnose.
Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Literatur
van Dijk, P. A., et al. (2018). The ESSKA-AFAS international consensus statement on peroneal tendon pathologies. Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy, 26, 3096–3107. Internationale fachübergreifende Konsensempfehlung zu Diagnose, konservativer Behandlung und Rehabilitation von Peronealsehnenproblemen. Fachpublikation lesen.
Bachmann, L. M., et al. (2003). Accuracy of Ottawa ankle rules to exclude fractures of the ankle and mid-foot: Systematic review. BMJ, 326, 417. Systematische Übersicht zur diagnostischen Aussagekraft der Ottawa-Fuss- und Sprunggelenkregeln nach Verletzungen. Studie lesen.
Martin, R. L., et al. (2021). Ankle stability and movement coordination impairments: Lateral ankle ligament sprains. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, 51(4), CPG1–CPG80. Klinische Praxisleitlinie zu funktioneller Stabilisierung, Übungen und Wiedereinstieg nach Aussenbandverletzungen. Leitlinie lesen.
Bica, D., Sprouse, R. A., & Armen, J. (2016). Diagnosis and management of common foot fractures. American Family Physician, 93(3), 183–191. Klinische Übersicht zur Unterscheidung von Frakturen des fünften Mittelfussknochens und ihren unterschiedlichen Belastungsvorgaben. Übersicht lesen.
Durall, C. J. (2011). Examination and treatment of cuboid syndrome: A literature review. Sports Health, 3(6), 514–519. Literaturübersicht zu seitlichem Mittelfussschmerz und der begrenzten Evidenz beim sogenannten Cuboid-Syndrom. Übersicht lesen.




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