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Gürtelrose (Herpes Zoster): Ursachen, Symptome, Behandlung & Vorbeugung


Was ist Gürtelrose?

Gürtelrose, medizinisch Herpes Zoster, ist eine Virusinfektion der Nervenbahnen, die sich durch einen einseitigen, gürtelförmigen Ausschlag mit starken Schmerzen äußert. Ausgelöst wird sie durch das Varizella-Zoster-Virus, das auch die Windpocken verursacht. Nach einer überstandenen Windpockeninfektion bleibt das Virus lebenslang im Körper, schlummert in den Nervenknoten des Rückenmarks oder Gehirns – und kann Jahre oder Jahrzehnte später wieder aktiv werden.


Die Erkrankung betrifft Menschen jeden Alters, tritt aber besonders häufig auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist – beispielsweise bei Stress, chronischen Erkrankungen, im Alter oder nach Infektionen wie COVID-19. Gürtelrose ist nicht harmlos, da sie zu langanhaltenden Nervenschmerzen führen kann. Eine frühe Behandlung verbessert die Heilungschancen entscheidend.






Warum bricht Gürtelrose aus? – Wenn das Virus wieder erwacht

Das Varizella-Zoster-Virus bleibt nach einer Windpockenerkrankung inaktiv in Nervenzellen zurück. Es verursacht zunächst keine Beschwerden, kann jedoch reaktiviert werden, wenn die körpereigene Abwehr geschwächt ist.


Zu den häufigsten Auslösern gehören:


  • Alter (ab ca. 50 steigt das Risiko deutlich)

  • Schwaches Immunsystem (z. B. bei Diabetes, Krebs, Autoimmunerkrankungen)

  • Infektionen, inklusive COVID-19

  • körperlicher oder emotionaler Stress

  • starke körperliche Belastung ohne Regeneration

  • Immunsuppressive Medikamente

  • Schlafmangel & chronische Erschöpfung


Wenn das Virus reaktiviert wird, wandert es entlang der Nerven zur Hautoberfläche – genau dort entstehen später Schmerzen, Brennen und Bläschen.



Typische Symptome: Wie erkennt man Gürtelrose?

Gürtelrose beginnt meist unspezifisch, was die frühe Erkennung schwierig macht. Die klassischen Hautveränderungen treten oft erst einige Tage später auf.


Frühe Anzeichen (Prodromalphase)

  • lokale Schmerzen, Brennen oder Missempfindungen an einem Hautareal

  • Druckempfindlichkeit bereits vor Hautausschlag

  • Müdigkeit, leichtes Fieber, Kopfschmerzen

  • gesteigerte Empfindlichkeit bei Berührung


Viele Betroffene beschreiben die Schmerzen in dieser Phase als „Stechen unter der Haut“, wie Sonnenbrand oder elektrischer Schmerz“.


Typischer Verlauf

Meist entwickelt sich anschließend ein einseitiger Ausschlag, der entlang eines Dermatoms verläuft – also dem Versorgungsgebiet eines einzelnen Nervs. Daher erscheint er gürtelförmig oder streifenartig, häufig am Rumpf, Brustkorb, Rücken oder Gesicht.


Klinische Symptome

  • rote Flecken → gruppierte Bläschen → verkrustete Läsionen

  • starker nervenartiger Schmerz (Neuralgie)

  • Überempfindlichkeit der Haut

  • Juckreiz, Brennen, stechender Schmerz


Nach 2–4 Wochen heilt der Ausschlag in den meisten Fällen ab – doch die Schmerzen können länger bestehen bleiben, wenn Nerven geschädigt wurden.



Warum kann Gürtelrose so weh tun? – Die Rolle der Nerven

Das besondere an Gürtelrose ist nicht der Ausschlag selbst, sondern die Entzündung der Nerven, die dahintersteht. Das Virus greift den betroffenen Nerv direkt an – dadurch entstehen neuropathische Schmerzen, die viel intensiver sein können als normale Hautschmerzen.

Betroffene beschreiben:


  • stechende elektrische Schmerzimpulse

  • tiefe Nervenschmerzen

  • starke Berührungsempfindlichkeit

  • brennende Schmerzen, besonders nachts


Schon leichte Berührung durch Kleidung oder Bettwäsche kann schmerzhaft sein – ein Phänomen, das Allodynie genannt wird.



Komplikation: Post-Zoster-Neuralgie – der Schmerz, der bleibt

Die häufigste und gefürchtetste Folge ist die Post-Zoster-Neuralgie (PZN). Dabei bleiben Nervenschmerzen über Monate oder Jahre bestehen, auch wenn der Ausschlag längst verschwunden ist.


Risikofaktoren:


  • Erkrankung nach dem 50. Lebensjahr

  • starke Schmerzen in der frühen Phase

  • verzögerter Therapiebeginn

  • Befall des Gesichts oder Auges


Frühe antivirale Therapie innerhalb der ersten 72 Stunden reduziert das Risiko erheblich. Daher gilt: Bei ersten Anzeichen sofort ärztliche Hilfe suchen.



Diagnose: Wie wird Gürtelrose festgestellt?

Die Diagnose erfolgt meist anhand des klinischen Bildes. Charakteristisch ist der einseitige, dermatomspezifische Ausschlag mit Schmerzen.


Zusätzlich können folgende Untersuchungen helfen:


  • PCR-Nachweis des Virus aus Bläschenflüssigkeit

  • Antikörpertest im Blut (selten nötig)

  • Ausschluss anderer Erkrankungen, z. B. Herpes simplex, Ekzem, Dermatitis


Bei Gesichts- oder Augensymptomen ist eine sofortige Abklärung durch einen Augenarzt Pflicht.



Behandlung: Was hilft bei Gürtelrose?


Antivirale Medikamente – der wichtigste Baustein

Am wirksamsten sind:


  • Aciclovir

  • Valaciclovir

  • Famciclovir


Sie wirken am besten, wenn sie innerhalb der ersten 72 Stunden begonnen werden. Sie verkürzen die Krankheitsdauer und verringern das Risiko anhaltender Nervenschmerzen.


Schmerztherapie

  • Ibuprofen oder Paracetamol (bei leichten Schmerzen)

  • Medikamente gegen Nervenschmerz: Gabapentin, Pregabalin

  • Bei starken Fällen ggf. Opioide

  • lokale Cremes, Lidocain-Pflaster


Haus- und Selbstbehandlung

  • Ausschlag trocken halten

  • lockere Kleidung tragen

  • keine Bläschen aufkratzen → Infektionsgefahr

  • Abdeckung, um Übertragung bei Bläschenphase zu vermeiden



Ist Gürtelrose ansteckend?

Ja – aber nicht direkt als Gürtelrose.Wer mit den offenen Bläschen in Kontakt kommt und keine Windpocken hatte, kann Windpocken bekommen.Eine Übertragung durch die Luft ist selten, aber möglich – daher Vorsicht bei immunsupprimierten Personen, Schwangeren und Babys.

Nach Abheilen der Bläschen besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.



Vorbeugung: Kann man sich schützen? – Ja!

Eine der wirksamsten Präventionsmaßnahmen ist die Impfung gegen Gürtelrose (ab 50 empfohlen, ab 60 von Krankenkassen übernommen, je nach Land unterschiedlich).


Die Impfung:


  • senkt das Erkrankungsrisiko

  • reduziert Schweregrad

  • verringert das Risiko einer Post-Zoster-Neuralgie


Zusätzlich helfen:


  • guter Schlaf

  • Stressmanagement

  • ausgewogene Ernährung

  • regelmäßige Bewegung

  • Stärkung des Immunsystems



Fazit: Gürtelrose ist behandelbar – früh handeln lohnt sich

Gürtelrose entsteht durch ein reaktiviertes Virus, das die Nerven entzündet und dadurch starke Schmerzen und typische Bläschen verursacht. Eine frühzeitige Behandlung innerhalb von 72 Stunden ist entscheidend, um Beschwerden zu reduzieren und Spätfolgen zu vermeiden.

Wer Symptome ernst nimmt, rechtzeitig zum Arzt geht und präventive Maßnahmen wie Ernährung, Immunsystempflege und Impfung nutzt, hat sehr gute Chancen auf vollständige Erholung.


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Artikel geprüft von: Roman Welzk




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