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Ingwer: Wirkung, Anwendung, gesundheitliche Vorteile & mögliche Risiken


Warum Ingwer seit Jahrtausenden geschätzt wird

Ingwer (Zingiber officinale) gehört zu den ältesten Heilpflanzen der Welt. Schon in der traditionellen chinesischen Medizin, im Ayurveda und in der arabischen Heilkunde wurde er zur Unterstützung der Verdauung, gegen Übelkeit, Schmerzen und zur Stärkung des Immunsystems verwendet. Heute bestätigen zahlreiche moderne Studien, dass Ingwer eine vielseitige pflanzliche Medizin ist – mit nachgewiesenen entzündungshemmenden, antioxidativen und verdauungsfördernden Eigenschaften.

Ob als Tee, Gewürz, Shot, Nahrungsergänzungsmittel oder frisch in der Küche: Ingwer ist zu einem festen Bestandteil eines gesundheitsbewussten Lebensstils geworden. Doch was kann Ingwer wirklich – und wann sollte man vorsichtig sein?






Was macht Ingwer so besonders? – Die wichtigsten Inhaltsstoffe im Überblick

Seine Wirkung verdankt Ingwer einer einzigartigen Kombination bioaktiver Substanzen, die im frischen und getrockneten Zustand variieren.


Hauptwirkstoffe


  • Gingerole – verantwortlich für die Schärfe, wirken entzündungshemmend

  • Shogaole – entstehen beim Trocknen oder Lagern, stärker wirksam als Gingerole

  • Zingeron – milder im Geschmack, antioxidativ

  • Ätherische Öle wie Zingiberen – verdauungsfördernd, entspannend

  • Vitamin C, B-Vitamine, Kalium, Magnesium – unterstützen Immunsystem und Stoffwechsel


Die Kombination dieser Stoffe beeinflusst Entzündungen, Schmerzen, Immunsystem und Verdauung – und macht Ingwer so vielseitig einsetzbar.



Gesundheitliche Vorteile von Ingwer – was sagt die Wissenschaft?


1. Entzündungshemmende Wirkung – Unterstützung bei Schmerzen & Arthrose

Ingwer kann die körpereigenen Entzündungsprozesse modulieren, weil Gingerole die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe reduzieren.Viele Betroffene berichten über Linderung bei Gelenkschmerzen, insbesondere bei Arthrose und rheumatischen Beschwerden.

Regelmäßiger Konsum kann helfen:


  • muskuläre Spannung zu reduzieren

  • Schmerzempfinden zu verringern

  • Beweglichkeit zu fördern


Die Wirkung ist vergleichbar mit schwachen NSAR – ohne deren Nebenwirkungen.


2. Hilfe bei Übelkeit – bewährtes Mittel bei Reisekrankheit & Schwangerschaft

Ingwer wird seit Jahrzehnten bei Reiseübelkeit, Schwindel und Schwangerschaftsübelkeit eingesetzt. Er wirkt, indem er die Magenentleerung beschleunigt und Nervensignale beeinflusst, die Übelkeit auslösen.


Typisch sind:


  • Ingwerbonbons unterwegs

  • Ingwertee am Morgen

  • Ingwerkapseln bei längeren Reisen


Hinweis für Schwangere: moderate Dosierung (max. ca. 1 g täglich) – vorher ärztlich abklären.


3. Verdauungsfördernde Wirkung – Ingwer beruhigt den Magen-Darm-Trakt

Ingwer regt die Produktion von Speichel, Magensaft und Enzymen an. Dadurch wird die Verdauung effizienter, Blähungen werden reduziert, und Völlegefühle verschwinden schneller. Außerdem entspannt Ingwer die glatte Muskulatur des Darms, was krampfartige Beschwerden lindern kann.


Positive Effekte:


  • weniger Blähungen

  • regulierte Magenentleerung

  • Linderung von Magenkrämpfen

  • angenehmerer Stuhlgang bei träger Verdauung


4. Unterstützung des Immunsystems – „wärmende“ Wirkung

Die scharfen Bestandteile regen den Kreislauf an, führen zu Wärmegefühlen und fördern die Durchblutung. Ingwer allein verhindert keine Infektionen, kann aber den Körper dabei unterstützen, schneller zu reagieren und Schleimhäute zu schützen.


Viele setzen Ingwer ein:


  • zu Beginn einer Erkältung

  • in Tees mit Honig und Zitrone

  • in Suppen und Currys

  • als tägliches Ritual im Winter


5. Ingwer & Gewichtsmanagement – Stoffwechselanregung durch Thermogenese

Die Schärfe regt die Thermogenese an – der Körper verbraucht kurzzeitig mehr Energie. Ingwer ersetzt keine Ernährung oder Bewegung, kann aber Appetit regulieren, Heißhunger reduzieren und Stoffwechselprozesse unterstützen.



Wie verwendet man Ingwer richtig? – Anwendung & Dosierung


Frischer Ingwer

Ideal für Tee, Speisen, Smoothies ➡ Tipp: ohne Schälen waschen – viele Wirkstoffe sitzen unter der Schale


Getrockneter Ingwer / Pulver

stärker in Shogaolen → intensivere Wirkung bei Schmerzen


Ingwertee (Basisrezept)

  • 2–3 Scheiben Ingwer

  • 250–300 ml heißes Wasser

  • 10 Minuten ziehen lassen


Ingwershots

konzentrierter, aber vorsicht bei empfindlichem Magen


Kapseln & Extrakte

Standardisierte Dosierung, oft sinnvoll bei Übelkeit & Schmerzen

Empfohlene Tagesdosis: ca. 1–3 g frischer Ingwer bzw. 0,5–1 g getrockneter Ingwer

Für therapeutische Anwendungen kann mehr sinnvoll sein – aber immer unter ärztlicher Begleitung.



Risiken & Nebenwirkungen – wann Vorsicht geboten ist


Obwohl Ingwer als sicher gilt, gibt es Situationen, in denen Zurückhaltung sinnvoll ist:


  • Blutverdünner (z. B. ASS, Marcumar) → Ingwer kann Blutungsrisiko erhöhen

  • Gallensteine → Ingwer steigert Gallenfluss

  • Sodbrennen → kann Beschwerden verstärken

  • Schwangerschaft → nur nach Rücksprache und moderat


Mögliche Nebenwirkungen:


  • Sodbrennen

  • Magenreizungen

  • Durchfall bei hohen Dosierungen


Wichtig: Ingwer hilft – aber er ist kein Ersatz für medizinische Diagnostik.



Ingwer im Alltag: Praxisnahe Tipps

  • morgens Ingwerwasser für besseren Start

  • nach dem Essen Tee zur Verdauung

  • Ingwer + Kurkuma kombinieren für stärkere Wirkung

  • Ingwer in Suppen, Brühen, asiatischen Gerichten

  • bei Erkältung Ingwer + Honig + Zitrone (aber nicht kochen → Vitaminverlust)



Fazit: Ingwer ist mehr als ein Gewürz – er ist natürliche Medizin

Ingwer wirkt entzündungshemmend, schmerzreduzierend, verdauungsfördernd, immunstärkend und hilft gegen Übelkeit. Seine bioaktiven Stoffe beeinflussen den Körper auf vielfältige Weise – sicher, natürlich und wissenschaftlich zunehmend erforscht.


Richtig eingesetzt kann Ingwer:


  • Beschwerden lindern

  • Verdauung unterstützen

  • Immunsystem aktivieren

  • Schmerzen abschwächen

  • Wohlbefinden steigern


Ingwer ist keine Wunderdroge, aber ein kraftvolles Naturmittel, das seit Jahrtausenden Menschen begleitet – heute bestätigt durch moderne Forschung.


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Artikel geprüft von: Roman Welzk




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