Subakromiale Bursitis der Schulter: Ursachen, Symptome, Diagnose & Behandlung
- Roman Welzk | Gründer mein-physio.info

- 30. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Was ist eine subakromiale Bursitis?
Die subakromiale Bursitis ist eine Entzündung des Schleimbeutels zwischen Schulterdach (Akromion) und der Rotatorenmanschette. Dieser Schleimbeutel ermöglicht normalerweise ein reibungsarmes Gleiten des Arms. Wird er jedoch gereizt oder überlastet, entzündet er sich und verursacht Schmerzen – besonders beim Heben des Arms, bei Überkopfarbeiten und beim Liegen auf der betroffenen Seite.
Die subakromiale Bursitis zählt zu den häufigsten Ursachen von Schulterschmerzen und tritt oft gemeinsam mit Sehnenreizungen oder einem Impingement-Syndrom auf.
Ursachen der subakromialen Bursitis
Mechanische Überlastung
wiederholte Überkopfbewegungen
Krafttraining mit falscher Technik
Arbeiten über Schulterhöhe
intensives oder ungewohntes Sporttraining
Fehlhaltungen & muskuläre Dysbalancen
Rundrücken / Schulterprotraktion
eingeschränkte Brustwirbelsäulenbeweglichkeit
schwache Rotatorenmanschette
verkürzter vorderer Schultergürtel
Strukturelle Ursachen
Enge im subakromialen Raum (Impingement)
Knochensporn am Akromion
Verdickte Sehnen durch Überlastung
Entzündliche oder systemische Faktoren
Rheuma
Diabetes
Stoffwechselstörungen
Symptome der subakromialen Bursitis
Typische Hauptsymptome
Schmerzen beim Abspreizen oder Heben des Arms
Schmerz bei Überkopfbewegungen
Druckschmerz unter dem Schulterdach
nächtliche Schmerzen beim Liegen auf der Seite
eingeschränkte Beweglichkeit
Schwächegefühl im Arm
Begleitende Symptome
Knacken oder Reiben bei Bewegung
diffuse Ausstrahlung in den Oberarm
Schmerzen beim Anziehen, Heben oder Tragen
Diagnose der subakromialen Bursitis
Anamnese & klinische Untersuchung
Der Therapeut oder Arzt prüft:
Beweglichkeit
schmerzauslösende Positionen
Rotatorenmanschettenfunktion
Impingement-Tests (Hawkins, Neer)
Bildgebung
Ultraschall: zeigt Schwellung und Flüssigkeitsansammlung im Schleimbeutel
MRT: bei Verdacht auf Rotatorenmanschettenschäden
Röntgen: bei Verdacht auf knöcherne Enge
Differenzialdiagnosen
Impingement-Syndrom
Rotatorenmanschettenreizungen oder -risse
Kalkschulter
AC-Gelenksarthrose
Behandlung der subakromialen Bursitis
Physiotherapie als wichtigste Maßnahme
Ziel der Therapie ist es, die Reizung des Schleimbeutels zu reduzieren und den Bewegungsablauf zu normalisieren.
Manualtherapie
Mobilisation der Schultergelenke
Verbesserung der BWS- und Schulterblattbeweglichkeit
Behandlung von Verspannungen der Rotatorenmanschette
Kräftigung
Kräftigung der tiefen Schultermuskulatur ist entscheidend:
Rotatorenmanschette (Innen- & Außenrotatoren)
Schulterblattstabilisatoren (Serratus anterior, unterer Trapezmuskel)
Beweglichkeitstraining
Brustmuskulatur dehnen
BWS-Extension verbessern
Gleitfähigkeit der Rotatorenmanschette fördern
Neuromuskuläres Training
Verbesserung der Schulterblattkoordination
Stabilität bei Armbewegungen
Alltagsanpassungen
Überkopfarbeiten reduzieren
schwere Lasten körpernah tragen
Seitlage auf der betroffenen Seite vermeiden
Wärme oder Kälte je nach Schmerzniveau anwenden
Medikamentöse Therapie
(ärztliche Entscheidung)
NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac
Cortisoninjektionen bei starken Entzündungen (kurzfristig wirksam)
Wann ist eine Operation nötig?
Nur in seltenen Fällen:
chronische, therapieresistente Beschwerden
ausgeprägte strukturelle Engstellen
Zusatzpathologien (z. B. Rotatorenmanschettenriss)
Meist wird arthroskopisch der subakromiale Raum erweitert.
Prognose
Die meisten Patient:innen erleben mit konsequenter Physiotherapie eine deutliche Besserung innerhalb von 4–8 Wochen, chronische Bursitiden benötigen länger (8–12 Wochen). Wird die Belastungssteuerung korrekt angepasst, ist die Prognose sehr gut.
Fazit
Die subakromiale Bursitis ist eine häufige, aber gut behandelbare Ursache von Schulterschmerzen. Mit gezielter Physiotherapie, korrektem Training und optimierten Bewegungsmustern lassen sich Beschwerden meist dauerhaft lindern. Entscheidend ist eine individuell angepasste Behandlung, die sowohl die Entzündung reduziert als auch die biomechanischen Ursachen behebt.
Artikel geprüft von: Roman Welzk




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